Wer mit dem Rauchen aufhört, leidet schon nach einigen Wochen seltener unter Depressionen, Angststörungen und Stress

Viele Raucher sind zuversichtlich, dass sich Tabakkonsum positiv auf ihre Psyche auswirkt. Forscher kommen nach einer Studie zu einem ganz anderen Resultat. Denn, wer mit dem Rauchen aufhört, leidet schon nach wenigen Wochen seltener unter Depressionen, Angststörungen oder Stress als diejenigen, die weiter rauchen.

Die Wissenschaftler vom British Medical Journal analysierten die Ergebnisse von 26 Studien, deren Probanden im Schnitt 44 Jahre alt waren. Es handelte sich um Raucher, die bisher etwa 20 Zigaretten pro Tag geraucht hatten. An einigen Studien nahmen gesunde Menschen teil, an anderen Patienten mit körperlichen Erkrankungen oder psychischen Störungen. Ein Teil der Testpersonen verzichtete mit Beginn der Studie auf das Rauchen. Die zeitweiligen Untersuchungen lagen zwischen sieben Wochen und neun Jahren; im Durchschnitt sechs Monate.

Es zeigte sich, dass diejenigen, die mit dem Rauchen aufgehört hatten, zwischen 25 und 37 Prozent weniger stark unter Ängsten, Depressionen und Stress litten, als die anderen. Ihre psychische Lebensqualität lag um 22 Prozent höher, die positive Gemütsverfassung um 40 Prozent. Das galt für gesunde ebenso wie für kranke Probanden. Diese Wirkung sei mindestens so stark wie die, die durch eine Behandlung mit Antidepressiva erzielt werden kann.

Warum glauben viele Raucher, dass Nikotingenuss bei ihnen genau den gegenteiligen Effekt hat? Der Gemütszustand eines Rauchers zeige im Tagesverlauf häufige Schwankungen. Raucher werden bedingt durch die Abhängigkeit meist nervös, ängstlich und depressiv, wenn sie eine Zeit lang nicht rauchen. Diese Stimmung bessert sich dann jeweils wieder mit der nächsten Zigarette. Deshalb haben sie das Gefühl, das ihnen der Tabakkonsum guttut. Durch die Abhängigkeit vom Nikotin finden Veränderungen im Gehirn statt, dadurch wird ein psychisches Unwohlsein überhaupt erst verursacht.

Nach Angaben der Forscher haben sich die veränderten Hirnfunktionen etwa drei Monate nach einem Nikotinentzug wieder normalisiert, was eine stabilere Gemütsverfassung begünstigt.

So erholt sich der Körper nach der letzten Zigarette

Nach 20 Minuten

Normalisieren sich Puls, Blutdruck und Körpertemperatur der Hände und Füße.


Nach 8 Stunden

Ist das Kohlenmonoxid im Blut wieder durch Sauerstoff ersetzt.


Nach 1 Tag

Nimmt das Herzinfarktrisiko bereits nachweislich ab.


Nach 2 Tagen

Beginnen die Nervenenden, sich zu regenerieren, Geschmacks- und Geruchssinn erholen sich.


Nach 2–3 Monaten

Stabilisiert sich der Kreislauf, die Lungenfunktion ist verbessert.


Nach 1–9 Monaten

Gehen Hustenanfälle, Verstopfung der Nasennebenhöhlen, Abgespanntheit, Kurzatmigkeit und Infektionsgefahr zurück.


Nach 2 Jahren

Verringern sich Herzinfarkt- und Lungenkrebsrisiko deutlich.


Nach 5 Jahren

Sind die Risiken für Lungenkrebs-, Mundhöhlen-, Luft- und Speiseröhrenkrebs halbiert.


Nach 10 Jahren

Das Risiko an Lungenkrebs zu sterben, ist um die Hälfte gesunken. Auch Rachen- und Bauchspeicheldrüsenkrebsgefährdung nehmen deutlich ab.


Nach 15 Jahren

Entspricht das Herzinfarktrisiko dem von Nichtrauchern.


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