Nikotin

Nikotin ist ein natürliches Alkaloid, das in der Tabakpflanze sowie in geringerer Konzentration auch in anderen Nachtschattengewächsen vorkommt. In einer Tabakpflanze befindet sich bis zu fünf Prozent Alkaloid. Nikotin ist eine Droge und in hoher Konzentration ein starkes Nervengift. Reines Nikotin ist eine farblose, ölige Flüssigkeit, die sich an der Luft schnell braun färbt.

Nikotin schützt die Tabakpflanze vor Schadinsekten. Das Gift wird in denn Wurzel produziert und beim Reifeprozess der Pflanze wandert dieser Stoff in die Blätter zur Abwehr von Fressfeinden.

Pharmakologische Wirkung

Nikotin ist in hoher Konzentration sehr giftig, da es die Nervenknoten des vegetativen Nervensystems blockiert. Trotz der in hoher Dosierung toxischen Wirkung zeigt Nikotin, auch über viele Jahre in niedrigen Dosen genommen, nur geringe chronische Schädigungen des Organismus. Weil sich das Gift so schnell im Körper verteilt und sehr schnell wieder abgebaut wird, ist Nikotinkonsum an sich nicht schädlich.

Niktoin

Krebsbegünstigende Wirkung

Nikotin soll bei einer Chemotherapie die Fähigkeit des Körpers blockieren, Zellen mit defektem Erbmaterial zu zerstören. Doch diese Zellen müssen bei einer Chemotherapie vom Körper möglichst schnell abgebaut werden, weil sich sonst die bereits im Körper befindlichen Krebsgeschwulste ausbreiten. In gesunden Zellen aktiviert Nikotin die Proteinkinase B, die den Metabolismus, das Wachstum und das Absterben von Zellen kontrolliert. Dadurch wird die Überlebensfähigkeit der Zellen erhöht, was schädlich ist, falls diese später einmal zu Krebszellen mutieren. Nikotin soll die Bildung neuer Blutgefäße fördern, dadurch können vorhandene Krebsgeschwulste besser mit Nährstoffen versorgt werden und schneller wachsen.

Anwendung im Pflanzenschutz

Früher wurde unbehandeltes Nikotin als Pestizid gegen Insekten eingesetzt. Für Pflanzen ist der Stoff gut verträglich und zudem biologisch gut abbaubar. Aufgrund der hohen Toxizität besteht für Nikotin jedoch seit den 70er Jahren ein Anwendungsverbot.

Abhängigkeit

Nikotin ist mitverantwortlich für die Abhängigkeit von Tabakerzeugnissen. Vergleiche von Tierstudien und Studien über menschlichen Drogenkonsum zeigen auf, dass pures Nikotin nur wenig Suchtpotenzial, Tabakzigarettenrauch jedoch ein sehr hohes Suchtpotenzial aufweist. Nikotin hat in Verbindung mit anderen Stoffen im Tabakrauch ein extrem hohes Abhängigkeitspotenzial und kann sehr schnell zu einem abhängigen Verhalten führen. Es reichen wenige Zigaretten oder wenige Tage mit kleinem Zigarettenkonsum bis zum Eintritt der körperlichen Abhängigkeit. Typische Abhängigkeitssymptome, wie innere Unruhe, Reizbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten werden hervorgerufen und einen Verlust der persönlichen Selbstbestimmung (Autonomie) entsteht.

Vor allem ist von Bedeutung, dass Nikotin, in Verbindung mit anderen Stoffen im Tabakrauch, unterschwellig das Verlangen nach einem Tabakerzeugnis erzeugt und durch das immer kürzer werdende gewöhnungsbedingte Reiz-Reaktions-Intervall eine immer stärker ausgeprägte Abhängigkeit in Form von erhöhtem Tabakkonsum entsteht.

Man weiß heute, dass bereits nach drei Wochen Abstinenz keine messbare Veränderung der Acetylcholinrezeptoren mehr vorhanden ist – sie sich also wieder auf Normal-Niveau eingestellt haben. Während dieser Zeit kann es zu Unruhe und Gereiztheit bis hin zu Aggressivität sowie zu Depressionen kommen. Das Nikotin selbst ist zu diesem Zeitpunkt schon längst nicht mehr im Gehirn nachweisbar bis maximal drei Tage nach Beendigung des Nikotinkonsums.

Folglich kann man ein Abhängigkeitspotenzial feststellen, welches eher unbewusst, d. h. im unreflektierten Alltag, seine stärkste Ausprägung findet und in Entzugsphasen dadurch zum Vorschein tritt, dass vormals unbewusste verhaltensbedingte Veränderungen der menschlichen Kognition durch Lernen nun bewusst durch den Entziehenden verarbeitet werden müssen.

Die Rückfallwahrscheinlichkeit bei Rauchern, die ohne Hilfsmittel mit dem Tabakkonsum aufhören, liegt bei 97 % innerhalb von sechs Monaten nach dem Rauchstopp. Bis 2012 ging man davon aus, dass Nikotinersatzpräparate bei korrekter Dosierung und weiterer fachlicher Anleitung die Erfolgschancen um 3 % steigern können. Eine neuere Studie von 2012 besagt, dass die Rückfallrate bei denen, die Nikotinersatzpräparate zum Aufhören verwendet haben, genau so hoch war wie bei denen, die ohne Hilfsmittel aufgehört haben.

Wirkung von Nikotin im Tabakrauch

Nikotin soll in Verbindung mit anderen Stoffen (Tabakrauch) eine der am schnellsten süchtig machenden Substanzen sein und nicht nur psychostimulierende Wirkungen wie Kokain oder Amphetamin haben, sondern soll im Gehirn die gesamten Neuromodulatoren ansprechen. Neuromodulatoren sind chemische Substanzen, die die Arbeitsweise des Nervensystems beeinflussen. Sie können vom Körper selbst produziert werden und sind für die normale, physiologische Arbeitsweise des Gehirns unverzichtbar.

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